Materialherkunft

Holzherkunft / zertifiziertes Holz

Herkunftszeichen Schweizer Holz

Mit Labels verschiedener Organisationen werden für den Käufer Anreize geschaffen, um Holz aus nachhaltiger Produktion zu wählen bez. die Herkunft zu deklarieren. Dabei wird anhand unterschiedlicher, national spezifischer Standards über die Zertifizierung von Forst- (Wald-) und Holzverarbeitungsbetrieben entschieden. Eine aktuelle Einschätzung der Märkte für Holzprodukte zeigt, dass die Konsumenten in zunehmendem Masse Wert auf die Herkunft der Hölzer legen. Neben der Nachhaltigkeit fragt der Kunde vermehrt nach Schweizer Holz. Mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz› wollen die Lignum und die Verbände der Holzbranche ein einfaches Instrument anbieten, um den Schweizer Ursprung zu zeigen und nachzuweisen. Das Herkunftszeichen stärkt die schweizerische Wald- und Holzwirtschaft, fördert die Nutzung neuer Marktchancen und kommuniziert die mit der Schweiz positiv verbundenen Werte in den Bereichen Produkteigenschaften, Herstellungsmethoden, Umwelt und allgemeine Rahmenbedingungen. Das Herkunftszeichen wird auf dem Produkt sowie auf Begleitdokumenten angebracht. Alles Holz, welches in Schweizer Wäldern gewachsen ist und in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein verarbeitet wird, kann mit dem Herkunftszeichen markiert werden. Bei gemischten Produkten darf ein Anteil des Holzes ausländischer Herkunft sein, jedoch nur, wenn das Holz aus vergleichbaren Produktionsregionen stammt und mit einem Nachhaltigkeitslabel oder einer kontrollierten Herkunft versehen ist. Mindestens 70% des Holzes müssen aus der Schweiz stammen. Die Nutzung des Zeichens steht allen Betrieben der Holzkette offen. Voraussetzungen sind ein funktionierendes System der Kontrolle des Warenflusses im Betrieb sowie eine lückenlose Dokumentation der umgesetzten Holzmengen.  

FSC-Label

Wer ist der FSC und was macht er?

Der FSC ist eine unabhängige, nicht gewinnorientierte Nichtregierungsorganisation, welche in einem konsensorientierten Mitwirkungsprozess dem Raubbau an Wäldern wirkungsvoll entgegen arbeitet. Er erarbeitet einerseits Richtlinien für eine vorbildliche Waldbewirtschaftung. Andererseits vergibt er ein Label, mit welchem verantwortungsbewusste Waldbesitzer und Waldbewirtschafter, sowie Unternehmen in der Holz- und Papierindustrie ihre nachhaltig gewonnenen Waldprodukte auszeichnen können.

Wieviel Wald und welche Produkte sind nach FSC zertifiziert?

Weltweit werden heute (Stand Dezember 2008) bereits über 102 Millionen Hektaren Wald nach den Prinzipien und Kriterien des FSC bewirtschaftet. Über 10'000 Unternehmen weltweit verfügen über eine so genannte Chain-of-Custody-Zertifizierung, das heisst, sie führen eine konsequente Trennung und Kennzeichnung ihrer Produkte durch, um eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von FSC-Produkten zu gewährleisten. In der Schweiz sind im Dezember 2008 rund 650'000 Hektaren Wald und rund 650 Unternehmen in der Verarbeitungs- und Handelskette nach FSC zertifiziert. Tausende von Waldprodukten, vorwiegend Holz- und Papierprodukte, sind in den Warenhäusern, Baumärkten, Garten-Centern, Möbelhäusern usw. mit FSC-Label im Sortiment. Grosse Unternehmen und selbst die Bundesverwaltung setzen auf FSC- oder Recycling-Papier für ihre Aussände, Broschüren, Kataloge und Zeitschriften.

Wie funktioniert FSC?

Der FSC erarbeitet in einem partizipativen Prozess unter Berücksichtigung aller Interessen und Meinungen globale Standards. Diese globalen Standards – genannt ‹FSC Prinzipien und Kriterien› – geben den Rahmen für die Zertifizierung von Forstbetrieben vor. Auf der Basis von 10 Prinzipien und 56 Kriterien erarbeiten Nationale FSC-Arbeitsgruppen an die lokalen Verhältnisse angepasste Zertifizierungsstandards. So entsteht ein Katalog mit umfassenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Anforderungen. Alle globalen und lokalen Anforderungen müssen erfüllt werden, damit ein Forstbetrieb zertifiziert wird. Die Nationalen FSC-Standards sind wichtig, denn für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sind in tropischen Wäldern andere Umsetzungsstrategien gefordert als beispielsweise in der Schweiz. In der Schweiz wurde im Frühjahr 2006 der Prozess der Erarbeitung des Nationalen Standards – mit Unterstützung des BAFU – lanciert. Nach zwei Vernehmlassungen und einer Informations- und Diskussionsveranstaltung wurde der Schweizer FSC-Standard Ende 2008 fertiggestellt und gilt seit 2009 für alle Waldbesitzer, die sich zertifizieren lassen wollen, als verbindlich. Die Verbindung zwischen dem Konsumenten und dem zertifizierten Waldbesitzer wird durch die Chain-of-Custody sichergestellt – ein Zertifizierungssystem, welches die Rückverfolgbarkeit von Waldprodukten sicherstellt. Nur bei einer lückenlosen Kette bis zum verbrauchsfertigen Produkt oder Baustoff kann das FSC-Label angebracht werden. Es gibt dem Konsumenten die Sicherheit, dass mit dem Kauf eines Waldprodukts kein Beitrag zum Raubbau geleistet wird.
Für viele Holz- und Papierprodukte sind allerdings nach wie vor zu wenige Rohstoffe verfügbar, um sie ausschliesslich aus Holz aus FSC-Wäldern herstellen zu können. Deshalb erlaubt der FSC eine kontrollierte Mischung von Holz aus FSC-Wäldern und Holz aus anderen kontrollierten Quellen resp. aus Recycling- Material. Doch auch hier gilt: Holz aus Raubbau hat keine Chance!

PEFC-Label

Ein Waldbesitzer kann nach PEFC zertifizieren, um z.B. die Qualität seiner Waldbewirtschaftung zu dokumentieren und zu verbessern als Marketinginstrument für den nachwachsenden Rohstoff Holz. PEFC (engl. Abkürzung für ‹Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen›) ist weltweit Marktführer auf diesem Gebiet. Das Zertifizierungssystem PEFC basiert inhaltlich auf internationalen Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio (1992). Bei uns sind dies die Kriterien und Indikatoren, die auf den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa im Pan-Europäischen Prozess verabschiedet wurden. Das im Jahr 1999 gegründete PEFC-Council repräsentiert das internationale Dach, dem sich mittlerweile 35 Länder mit mehr als 210 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche angeschlossen haben. Es definiert Mindestanforderungen für Forstzertifizierungssysteme und Standards, die auf nationaler und regionaler Ebene erfüllt werden müssen. Dazu gehören z.B. die Einhaltung internationaler Konventionen und nationaler Gesetze, die Beteiligung aller Interessengruppen bei der Standardsetzung, die Berücksichtigung einheitlicher Leitlinien für die nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Akkreditierung der Zertifizierungsstellen. Diese Vorgaben hat das damalige Schweizer System ‹Q-Label› erfüllt, worauf es von PEFC International 2001 und abermals 2008 anerkannt wurde. Die Inhalte der Bewirtschaftungskriterien wurden im Rahmen des Projektes ‹Entwicklung eines Nationalen Wald-Standards für die Schweiz› entwickelt. Die unter Beteiligung zahlreicher Stakeholder erarbeiteten Kriterien sind die Grundlage der PEFC-Zertifizierung in der Schweiz. Die in der Schweiz ebenfalls mögliche FSC-Zertifizierung beruht auf dem gleichen Standardsetzungsprozess: Die PEFC-Waldstandards in der Schweiz sind daher mit denen des FSC identisch. Aus diesem Grund befürwortet die Schweizer Umweltbehörde (BAFU) eine doppelte Zertifizierung. Die Kriterien werden regelmässig durch PEFC Schweiz auf Ergänzungs- bzw. Veränderungsbedarf, insbesondere vor dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse geprüft und gegebenenfalls angepasst. Diese regelmässige Überprüfung ist ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses der kontinuierlichen Verbesserung und Vorgabe des internationalen PEFC Councils. Die Waldzertifizierung nach PEFC in der Schweiz erfolgt einzelbetrieblich oder im Rahmen einer Gruppenzertifizierung. Als Gründe für die Gruppenzertifizierung können zum einen niedrigere Kosten, zum anderen aber auch inhaltliche Argumente genannt werden. Denn viele Nachhaltigkeitsweiser, wie z.B. die Biodiversität, sind auf einzelbetrieblicher Ebene nicht ausreichend überprüfbar. Grundlage einer Gruppenzertifizierung ist die Formulierung einer gemeinsamen Leitidee. Zudem ist die Bestimmung einer Gruppenvertretung, in der die Gruppenmitglieder paritätisch vertreten sind, notwendig. Die Gruppenzertifizierung ermöglicht es auch kleinen Waldbesitzern, sich zertifizieren zu lassen, was unbedingt notwendig ist, da sich der Schweizer Wald vielerorts in sehr kleine Flächen aufteilt. Mit der Zertifizierung verpflichten sich die Waldeigentümer, die PEFC-Standards einzuhalten. Dabei geht es nicht nur darum, nicht mehr Holz zu nutzen als nachwächst und darum möglichst hohe Holzqualitäten zu erzeugen, sondern vor allem die Erfüllung ökologischer und sozialer Kriterien. Als Beispiele für ökologische Standards seien genannt: der grundsätzliche Verzicht auf Kahlschläge und auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln; der Schutz des Waldbodens vor flächigem Befahren durch Forstmaschinen; die Erhaltung und Verbesserung von ökologischen Funktionen und Werte oder die Erhaltung bzw. Schaffung eines angemessenen Anteils toter Bäume (Altholzinseln). Bei den sozialen Kriterien geht es insbesondere um die Themen Arbeitssicherheit (EKAS-Richtlinien), Qualifikation des Personals, faire Bezahlung und Qualität der Arbeit eingesetzter Dienstleistungsunternehmer. Die Einhaltung der PEFC-Standards wird jährlich im Rahmen von Vor-Ort-Audits überprüft, die einen repräsentativen Anteil der teilnehmenden Betriebe umfasst. Die Gutachter der unabhängig akkreditierten Zertifizierungsstellen entscheiden bei Verstössen über die notwendigen Sanktionen (Korrekturmaßnahmen, Re-Audit, Entzug der Zertifikate). Die Waldzertifizierung kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn das Holz mit PEFC-Zertifikat auch den Endverbraucher erreicht. Dazu ist die Mithilfe jedes Betriebes als Teil der Produktkette unverzichtbar. Der Nachweis des Holzflusses, die sogenannte Chain-of-Custody, muss jedes Glied der Kette erfassen. Dazu ist auch eine Zertifizierung der holzwirtschaftlichen Betriebe in der Produktkette notwendig. Holz und Holzprodukte, die den Anforderungen von PEFC genügen, können mit dem PEFC-Gütesiegel gekennzeichnet werden, wenn dieser glaubwürdige Produktkettennachweis sichergestellt ist. Das Logo darf nur dann in Verbindung mit einem Produkt verwendet werden, wenn der Zertifizierungsprozentsatz 70 % überschreitet. Die Nachfrage nach PEFC-Zertifizierungen in der Holzwirtschaft steigt kontinuierlich. Insgesamt wurden weltweit 4’420 (in der Schweiz 218) PEFC-Chain-of-Custody-Zertifikate an Sägewerke, Holzgroß-und einzelhändler, Betriebe der Holzwerkstoff- und Papierindustrie, Parketthersteller, Spielwarenfabriken, etc. von akkreditierten, unabhängigen Zertifizierungsstellen ausgestellt.

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